Wie es weiter geht?

Seit vielen Monaten bin ich ratlos, wie <ich> mit diesem Blog weiter gehen soll.

Ja nein, da ist eine absichtliche grammatikalische Entgleisung, von der ich mir nur wünsche, dass sie die Dringlichkeit dieser Zeilen und meine Zerissenheit vermitteln kann.

Aber von vorn: gestartet ist der Blog im Januar 2014 als eine Art Tagebuch. Ich bin nachts durch Connewitz gezogen und mir gingen so viele Gedanken durch denk Kopf. Dafür suchte ich ein Ventil und schrieb den Blog.

Ziemlich schnell kamen politische Statements dazu. Ich machte Beobachtungen, wie grüne Oasen verschwanden, schrieb über Nazi Schmiererein auf Spielplätze und begleitete Demonstrationen.

Im Februar 2016 schrieb ich darüber, wie die Leipziger Wohnungsbaugenossenschaften sozialen Wohnraum verfallen ließen, nicht neu vermieteten, mit der Absicht ihn zu modernisieren und dann teurer weiter zu vermieten.

Dieser Beitrag änderte alles: schon  zuvor gab es Anfragen von Medien und betroffenen Privatpersonen. Aber nie in diesem Ausmaß. Der MDR wollte mich vor die Kamera, betroffene Mieter baten darum, dass ich Kontakte her stellte und mich für sie einsetzte. Ich erhielt dutzende Emails und viele herzergreifende Berichte und Kommentare unter meinem Blogeintrag.

Endlich hatte ich etwas bewegt.

Aber mir war es zuviel.

Es kostete unendlich viel Kraft, die Nachrichten in dieser Sache adäquat zu beantworten.

I am lost in Connewitz

lost in Connewitz

//

Sie haben meinen Schutzwall nieder gerissen.

Ich weiß deshalb nicht, wie ich diesen Blog weiter führen soll.

//

Aber eigentlich will ich ja was bewegen. Und mir anderen in Gemeinschaft für den Stadtteil und ein herzliches Miteinander kämpfen.

Aber ich habe Angst und lebe ich quasi in einer Parallelwelt. In einer Parallelwelt nur mit mir und einem gigantischen Filter zwischen mir und der Restwelt.

Diese Lebensweise bietet ein Mindestmaß an Stabilität. Aber es macht unendlich traurig und unglücklich.

Zusammenfassung: ich weiß nicht, wie es hier weiter geht.

Ziemlich oft schreibe ich auf Twitter, folgt mir doch da.

Und für die Zukunft nehme ich mir weniger Angst vor. Ich nehme mir vor, weniger Angst zu haben.

Ich hoffe, das führt zu was. Vielleicht wieder sogar zu mehr Blog.

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Ein Kommentar zu “Wie es weiter geht?

  1. Das mit der paralellwelt kenne ich. Geht mir seit 2005 so. Ich bin immer dann unglücklich wenn ich aus connewitz raus muss und heilfroh, wenn ich wieder zuhause bin.

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