Baugenehmigung für Leopoldpark erteilt

Der Kampf um den Leopoldpark scheint gelaufen.
Auf Anfrage der Fraktion „Die Linke“ hat die Stadtverwaltung nun fünf ernüchternde Antworten auf die Frage gegeben, wie es mit dem Leopoldpark in Connewitz weiter gehen wird.

Das „Beste“ daran ist kurz erzählt: zwei „Blutbuchen“ und ein bisschen Gehölz bleiben erhalten. Dem Bauherren wurde diesbezüglich auferlegt, sein Bauvorhaben zu ändern.

Zusammengefasst: das Bauamt hat Ende Mai 2017 dem Bauantrag für einen Wohnpark auf dem Gelände des Leopoldparks statt gegeben.
Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, wann die Bagger anrücken und den Park platt machen.
Hier findet Ihr alle Antworten der Stadt Leipzig.

Als Connewitzer bin ich von der Gleichgültigkeit in den Antworten entsetzt. Allem voran entsetzt mich die Meinung der Stadt, dass es ja genügend Raum für Erholung im Kiez gibt. Genannt werden der derzeit geschlossene Streetballplatz, der Herderplatz und der Kastaniengarten, -pardon Kronengarten. Dass Grünflächen vor allem das Stadtklima positiv beeinflussen, für Abkühlung sorgen, dass es dabei um jede Einzelfläche geht, wird mit dieser Antwort ausgeblendet.
Dass die genannten Parks bei halbwegs gutem Wetter über voll von Menschen sind, ignorieren sie ebenfalls.

Ein anderes Argument gegen eine Luxuswohnbebauung auf dem Gelände sind die vor wenigen Tagen veröffentlichten Zahlen zu den aktuellen Angebotsmietpreisen auf dem Leipziger Wohnungsmarkt:

Dort stach ein roter Punkt besonders ins Auge, denn es wurden Kaltmieten von über 10,50Euro erhoben. Wo war dieser besonders teure Punkt? An der Nordspitze von Connewitz, dort wo die Thalysia Werke saniert werden. Auch die Bestandsmieten werden darunter leiden und weiter anziehen.

Wie es danach weiter geht? In einem Architektur Forum hab ich einen Entwurf für das Projekt Leopoldstrasse gefunden.

Ich wünsche mir für den Leopoldpark eine würdige Verabschiedung..

..wir könnten die Tischtennisplatte zum Podium machen, um von ihr aus zu protestieren: für mehr als eine nahtlose Bebauung! Und dafür, dass Baugenehmigungen verweigert werden, wenn sie sich in einem Stadtteil konzentrieren und folglich zu exorbitanten Mietsteigerungen führen.

Der Leopoldpark in Connewitz im Sommer 2017

Der Leopoldpark in Connewitz im Sommer 2017, seinem vermutlich letztem Sommer.

Weil es hier so schön war, bin ich dafür, dass wir Erinnerungen tanken, die Bäume umarmen, bevor sie umgesäbelt werden .. dafür, ein paar schöne Fotos vom Park zu machen, die wir später denen an die Autos pappen und in die Briefkästen werfen, die in die neuen Lofts einziehen.

Ich bin für eine würdige Verabschiedung des Leopoldparks, für ein letztes Sit-In.

Was denkst Du?

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