Connewitz wird weiter verkauft

Plakat in Connewitz, an einer von vielen Haustüren.

Plakat in Connewitz, an einer von vielen Haustüren.

Der Park Ecke Leopold~ / Wolfgang-Heinze Straße wird für 2,2 Millionen Euro im Internet zum Kauf angeboten. Hier steht ein Park zum Verkauf, der uns Stadtteilbewohnern viele Sommer und Winter über eine Oase der Freude war.

Aber von vorne: auf nächtlichem Rundgang durch das Revier, entdeckte ich das Plakat, eingangs des Texts. Das Plakat war mit rot-weißem Klebeband an eine Reihe Haustüren geklebt.
Darauf ist der Screenshot dieses Kaufangebots „Großes Baugrundstück in Connewitz“ zu sehen. Im Angebot wird ein 5600m² großes Grundstück zum Preis vom 2,2 Millionen Euro beworben. Auch wenn die daneben abgebildete Karte, die Leopoldstraße falsch zwischen Eichendorfstraße und Gustav-Freytag-Straße platziert, so lassen die Exposé Bilder keinen Zweifel: bei dem angebotenen Grundstück handelt es sich um den kompletten Park Ecke Leopold / Wolfgang-Heinze Straße. Der Park mit den Bäumen, Bänken, dem Sandkasten, der Tischtennisplatte und den Grillplätzen.

Ich wollte es zuerst nicht glauben. Denn, natürlich werden überall Baulücken geschlossen. Oft müssen Garagenhöfe Neubauten weichen. Oder ohnehin eingezäumte Grundstücke werden bebaut.

Hier aber steht jetzt ein riesiger Park zum Verkauf, der uns allen viele Sommer und Winter über Freude bereitet hat. Ein Park für Kinder. Für Verliebte. Ein Park für Sonnentanker und Säufer. Für Alte und Junge. Für Hunde und Menschen.

Dieser Verkauf, wenn er denn wahr wird, ist so verletzend. Er geht ganz tief rein ins Herz von Connewitz.

///

Oh Gott.

Oh Gott!

Jetzt ist guter Rat teuer.

////Die Geschichte entwickelt sich weiter:
25. 3. 2015: Connewitz: „Ein Park soll verkauft werden“: http://www.connewitz-leipzig.de/leipzig-connewitz-kiez/connewitz-park-verkauf-2-millionen-euro/20150325
26. 3. 2015: Kreuzer: „Park zu verkaufen“: http://kreuzer-leipzig.de/2015/03/26/park-zu-verkaufen/
31. 3. 2015: Piraten Stadträtin Ute Elisabeth ‚Lily‘ Gabelmann: Antrag den Leopoldpark in eine Grünfläche umzuwandeln: http://stadtraetin.piraten-leipzig.de/2015/03/31/31-03-2015-statusbericht/
27. 5. 2015: Die Stadt wird den Park auf keinen Fall kaufen. Gerüchten nach, wurde er ohnehin schon verhökert: http://jule.linxxnet.de/index.php/2015/05/perspektiven-fuer-den-leopoldpark-in-connewitz/
19.07.2015: Bildzeitung: Leopoldpark verkauft.Fünfgeschossige Wohnbebauung geplant: http://www.bild.de/regional/leipzig/leipzig/leopoldpark-wird-bebaut-52593848.bild.html

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27 Kommentare zu “Connewitz wird weiter verkauft

    • Ich weiß nicht, warum die Ortsmarke der Leopoldstraße dort falsch platziert ist (falsche Geodaten?), aber die Bilder im Exposé zeigen eindeutig den Park Ecke Leopold~/Wolfgang-Heinze Straße, der zum Verkauf angeboten wird.

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  1. Hallo theo, das hat nix mit Naivität zu tun, sondern mit Ohnmacht und Wut. Eine Gemeinde hat die Aufgabe, für das Wohl ihrer Einwohner zu sorgen usw…. und da gehören u.a. Plätze zur Freizeitgestaltung dazu und sowas macht ja auch eine Gemeinde attraktiver…wenn alles zugebaut wird, hat man zwar viel Wohnraum, aber was kann man dann noch außerhalb seines ach so schönen Wohnraums dann noch tun???….ich finds zum KOTZEN….hat uns jemand gefragt????

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  2. Der Park steht tatsächlich zum Verkauf..kein Fake und ich habe mit dem Verkäufer gesprochen..Eine Idee wäre, dafür private Investoren / Anwohner zu mobilisieren und das Ding zu kaufen bevor es ein anderer tut, um die Bebauung zu verhindern. Projekt?

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  3. Die zweite große Grünfläche in Connewitz, die vernichtet wird. Genauso ist es vor über 2 Jahren mit der schönen Wiese zwischen Koch-/Karli-/Gustav-Freytag-Str. passiert. Dort steht jetzt der hässliche HTWK-Klotz. Der Rest der Fläche wird auch noch zugebaut. Die Leipziger Stadtplaner setzen auf „kompakte Bebauung mit klar definierten Grünflächen“ (Behördentext). Vieles, was wir Bürger als Park oder Grünfläche wahrnehmen ist im Flächennutzungsplan der Stadt als Baugelände ausgewiesen.

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  4. In Leipzig gibt doch ein Überangebot an Wohnraum, eine kaum wachsende, mittelfristig alternde und dann abnehmende Bevölkerung und viele Arbeitslose, wenig Wohlhabende. Neubauten machen da keinen Sinn. Warum werden überhaupt Bauflächen von der Stadt ausgeschrieben?

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  5. @neubaugegner: seit 2011 strömen jedes Jahr netto mehr als 10 TSD Menschen nach LE City. Es gibt kein Überangebot an Wohnraum, mittelfristig boomt dieses Leipzig und seit letztem Jahr haben wir auch noch mehr Geburten als Todesfälle.

    Wir brauchen einen Verkaufsstopp städtischer Immobilien und Grundstücke! Damit sie nicht meistbietend, sondern konzeptorientiert sozial und einvernehmlich mit den vorhandenen nachbarschaftlichen Strukturen entwickelt werden – und jetzt erzähl mir dass du keine entwicklung willst und connewitz dreckig bleiben muss und so wie eh und jeh (was offensichtlich falsch ist!) – und dann wird trotzdem verkauft!

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  6. Nunja… „konzeptorientiert sozial und einvernehmlich mit den vorhandenen nachbarschaftlichen Strukturen“ bedeuted in Connewitz das selbe wie „dreckig wie eh und je“. Schlimm genug, dass es schon steriler geworden ist.

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  7. Um zu wissen, dass der Park kein „echter“ Park ist, sondern eine Zwischennutzung auf privatem Grund, muß man die Geschichte kennen. Das Grundstück gehört einem privaten Eigentümer. 1990 war dort kein Park, sondern es standen auf der Fläche zwei Hallen von DDR-Betrieben, die wurden dann abgerissen und die Grünfläche als eine Maßnahme im Sanierungsgebiet Connewitz als Interimsnutzung über einen Gestattungsvertrag mit dem Grundstückseigentümer hergerichtet. Heißt: für die Laufzeit des Gestattungsvertrages hat der Eigentümer auf eine anderweitige eigene Nutzung verzichtet und die öffentliche Nutzung gestattet. Der Vertrag ist schon seit einiger Zeit ausgelaufen. Ein privater Eigentümer kann nun sein Grundstück eben auch verkaufen, wenn es ihm paßt. Er könnte es aber auch einzäunen und seinen eigenen Liegestuhl draufstellen. Oder hier auch bereits selbst bebauen – denn dort besteht schon immer nach §34 Baugesetzbuch Baurecht.

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  8. Wann ist ein Park ein „echter“ Park? Wenn es ihn 978 Jahre gibt? Dinge ändern sich nunmal in einer lebendigen Stadt. Es sollte einfach keinen privaten Besitz an Grund und Boden geben. Punkt aus.

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