welcome to my Connewitz 2015

Ich begrüße Dich – 2015 –
Du hast verdammt viel Tempo gemacht, wie soll ich könnte ich Dich jemals angemessen abbilden? Darum folgt hier nur ein persönlicher, hektisch bebilderter Abriss der ersten drei Wochen.

In der Silversternacht waren wir zuerst in der Wettiner Straße im Waldstraßenviertel, weit weg von Connewitz. Es war mein drittes Silvester ohne Alkohol. Es war natürlich ein nüchterner unaufgeregter Abend. Gelacht haben wir trotzdem. Und sogar getanzt. Und mit dem Wackelturm gespielt.
Früher waren wir ausdrucksstärker, aber auch besoffener.

Silvester im Waldstraßenviertel

Silvester im Waldstraßenviertel. Wackel – Turm – Spiele.

Die Polizei in Leipzig hatte indess mit ihrem Gefahren und Kontrollbereich zu Silvester@LVZ ja schon im Vorfeld ausreichend Aufmerksamkeit auf Connewitz gelenkt. Noch in der Wettiner, rief ich regelmäßig heimlich vom Klo die Twitternews from the hood ab. Als wir gegen 2 Uhr endlich mit der Bahn auf die Haltestelle HTWK zu rollten, war die Silvesterparty dann schon einige Male von der Polizei eskaliert wurden (Willi W@Twitter, MyConnewitz@Twitter, Telegehirn@Twitter ) .

Am Connewitzer Kreuz

Silvester 2015 in Leipzig Connewitz am Kreuz. Polizei und Feiernde im Dauerclinch. Blick in die Arno Nitzsche Straße.

Meine persönliche Einschätzung vor Ort war, dass viel zu viele Polizisten aufgefahren wurden, die irgendeinen Aufstand erwartet haben.
Da dieser ausblieb stürzten sie sich dünn häutig auf alles, was nach solch einem Aufstand aus sah. Ich beobachtete wie in regelmäßigen Abständen kleine agile Eingreiftrupps, wie ein Blitz, auf einzelne Silvesterfeierteilnehmer zu stürmten und sie abführen. Unnötige Gewalt, vermutlich um den massiven Aufmarsch irgendwie zu rechtfertigen!

Würde man das Ergebnis derselben Lageeinschätzung auf den Augustusplatz in dieser Nacht übertragen, hätte er 1 Minute nach 0 Uhr geräumt werden müssen. Aber es ist eben Connewitz, ein Ort von einfachen Wahrheiten.

Unbestritten ist, nach Connewitz kommen jedes Jahr die Gewaltbereiten und die Polizisten.

Der wichtigste Beitrag für mich, nach dieser Nacht ist der von Rudolf Leschke@Facebook. Ihm hat die Polizei den Arm gebrochen, obwohl er schlichten wollte.

Es strich nur eine Woche ins Land und dann kam der 7. Januar 2015  und es rummste schon wieder. Der 7. Januar 2015, der Tag an dem 20-50 vermummte Angreifer, die Zahlen sind je nach Arbeitgeber verschieden, den Polizeipfosten in der Biedermannstraße@TwitterConnewitz angriffen und in zwei Minuten alle Scheiben zum Bersten brachten.
Ich dachte zuerst, es sei eine Retourkutsche für Silvester, aber dann meldeten sich Aktivisten auf Linksunten zu Wort und beschrieben ihre Gründe für die Aktion. Das Bekennerschreiben@Linksunten spannte den Bogen zu Oury Jalloh, dessen Tod in „Polizeiobhut“ auch 10 Jahre später noch ungesühnt und unvergessen ist.
Mittlerweile sind die zerstörten Scheiben ausgetauscht und der Polizeiposten wird, wie seinerzeit nach der Eröffnung, bei laufendem Motor rund um die Uhr bewacht.
Den Artikel von Jule@linxxnet möchte ich hier unbedingt hervor heben. Ihren Artikel finde ich ausgewogen.

Am 12. Januar protestierten Legida mit ungefähr 5000 und Nolegida mit ungefähr 30000. Die Veranstaltung war ein einziger Kompromiss. Deshalb gingen am Abend beide Parteien unzufrieden nach Hause.
Am 13. Januar wurde der 20 jährige Khaled Bahray in Dresden ermordet aufgefunden. Die Polizei sieht nicht, was offensichtlich ist und spricht zuerst von Tod, ohne Anzeichen von Fremdeinwirkung. Später korrigiert sie zwar diese Meldung. Da war das Kind aber schon in den Brunnen gefallen.

Am 15. Januar kommt es dann in Leipzig zu einer Spontandemo. 600 bis 800 Demonstranten gelang es zwei Stunden ohne Polizeibegleitung, kurz am Ring und über den Burgplatz, Bayerischen Platz und dann zurück in die Südvorstadt zu ziehen. Sie griffen verschiedene Gebäude an, die in Zusammenhang mit der berechtigten Kritik an aktuellen Ereignissen, wie dem unaufgeklärtem Mord an Khaled Bahray, stehen.
Der Polizei gelang es gegen 22 Uhr 204 unbedarfte Mitläufer einzukesseln und sie ihres Glaubens an die Demokratie und ihrer Handys zu berauben@Taz
Netzpolitik.org hat sich ausführlich in einem Artikel mit der Beschlagnahmung von Telefonen in Leipzig@Netzpolitik.org befasst.

Feinkost Südvorstadt Leipzig 15.1.2015

Kessel, Feinkost Südvorstadt Leipzig 15.1.2015

Amtsgericht Leipzig 15.1.2015

Videojournalist des MDR am Eingang des Amtsgerichts Leipzig 15.1.2015

Amtsgericht Leipzig 15.1.2015

Kaputte Scheiben, Amtsgericht Leipzig 15.1.2015

Feinkost Südvorstadt Leipzig 15.1.2015

Massives Aufgebot, Feinkost Südvorstadt Leipzig 15.1.2015

Alles sehr aufregend.
Das Jahr 2015 beginnt aufregend.
Bin gespannt, was als nächstes kommt.

Passt auf Euch auf.

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